Dienstag, 19. Februar 2008
Wie ich am 22. Januar 2008 berichtete, wurde ein Schulpsychologe in Celle entlassen, der jahrelang Gutachten für das Jugendamt geschrieben hatte, welche daraufhin eine Legasthenieförderung der getesteten Kinder behinderte.
Nun ist er wieder da und versucht durch eine offensichtlich selbst in Umlauf gebrachte Pressemitteilung seinen Ruf zu retten. Dort heißt es unter anderem:
"Der Celler Schulpsychologe Dr. Wilfried Hingst hat ein Programm entwickelt, mit dem das Auftreten von Legasthenie völlig verhindert werden kann."
und
"In Stufen wird das Lesen und Schreiben so trainiert, dass alle Kinder die erforderlichen Ziele auch erreichen."
Allein die erste Aussage, die "ein Auftreten von Legasthenie völlig verhindert", ist nach aktuellen wissenschaftlichen Kenntnissen vollkommen falsch. Eine Legasthenie muss bei einem betroffenen Kind - da zu etwa 50% genetisch bedingt - in mehr oder weniger starkem Maße auftreten und kann dann nur durch ein systematisches Legasthenietraining in seiner Symptomatik gemindert werden. Ein solches Training sind zum Beispiel das Marburger Rechtschreibtraining und andere Programme.
Auch die Tatsache, dass keine wissenschaftlichen Quellen, Verweise oder Links auf die Untersuchungsergebnisse des Herrn Hingst in der Pressemitteilung auftauchen, unterstützt die Vermutung, dass der Psychologe diese Mitteilung einzig und allein zur Erhaltung seines in Verruf geratenen Titels in Umlauf bringen will.